Posts

Rezension - "Der heilige King Kong" von James McBride

Bild
Als großer Fan amerikanischer Literatur wird es Zeit, endlich einmal etwas vom New Yorker Schriftsteller James McBride zu lesen, der neben dem National Book Award auch mit der Nation Humanties Medal von Barack Obama ausgezeichnet wurde. Worum geht es? Der Roman spielt Ende der 60er Jahre in einem armen Viertel in New York, wo hauptsächlich Schwarze und Lations leben und jeder sein Päckchen zu tragen hat. Zum Beispiel der Diakon der Baptistengemeinde, Sportcoach genannt. Seine Frau ist gerade gestorben, was ihn nicht davon abhält, lautstark mit ihr zu streiten. Er säuft ziemlich viel und ist auch sturzbetrunken, als er den Drogendealer Deems ein Ohr abschießt. Woran er sich aber partout nicht erinnern kann, während alle anderen in heller Aufregung sind, denn das wird Folgen haben. So setzt sich eine ganze Kette von Ereignissen in Gang. Fazit McBride entwirft einen ganzen Kosmos sonderbarer, kaputter aber auch liebenswerter Figuren, die mit Gewalt, Drogen, Armut und Rassismus zu kämpfen ...

Rezension: "Jenseits der Abgrundes" von Frances Miralles und Angeles Donate

Bild
Das schöne, kunstvoll gestaltete Cover von "Jenseits der Abgrundes" hat mich gleich angesprochen und mich dazu bewogen, das Buch zu lesen. Worum geht es? Toni hört von einem alten Japaner, der in einer Hütte am Abgrund einer Schlucht lebt. Viele Menschen, die an diesen Abgrund stehen, wollen ihr Leben beenden. Und  Kosei-San, so heißt es, bewahrt sie auf magische Weise davor. Toni, der gerade selbst mit dem Laden hadert, weil sein Bruder gestorben ist, sucht den alten Mann auf und hört sich seine Geschichte an.   Fazit Das Buch ist ein Märchbuch für Erwachsene. Zwar geht es zunächst um ernsthafte Themen wie Lebenskrisen und Suizid. Aber am Ende braucht es nur eine Tasse Tee mit Kosei-San und  seine beruhigenden Worte und selbst Menschen  mit schweren Depressionen oder Traumata kehren um und leben ein erfülltes Leben. Das ist natürlich vollkommen unrealitisch, aber wer gerade genug hat von der Pandemie und ihren Folgen, von Klimakrise und sch...

Rezension: "Über Menschen" von Juli Zeh

Bild
Von der gefeierten Autorin Juli Zeh habe ich schon viel gehört, aber noch nichts gelesen. Höchste Zeit, das zu ändern. Worum geht es?  Werbetexterin Dora hat genug von ihrem Freund, der sich nur noch verbissen mit Corona und Klimaschutz beschäftigt, von Berlin und dem Großstadtleben und entscheidet sich, aufs Land zu ziehen. In ihrem Haus im brandenburgischen Bracken ist es dann aber nicht so idyllisch wie erhofft. Als erstes lernt sie den Dorf-Nazi Gote kennen und ist entsetzt, wer da nebenan wohnt. Mit der Zeit entwickelt sich dieser aber zum freundlichen Helfer und stellt Doras Vorurteile auf den Kopf.    Fazit Ich war schon nach den ersten Zeilen begeistert. Bis tief in die Nacht habe ich Anna Schudt zugehört, die das Buch großartig spricht und habe immer wieder herzhaft lachen müssen. Naive Großstädter, skurrile Charaktere und der nette Dorfnazi. Aber nachdem ich es erst für sehr gekonnte, aber leichte Lektüre hielt, stellte ich fest, dass es das mitnicht...

Rezension: " Die Farbe des Nordwinds" von Klara Jahn

Bild
  Wenn ihr das Meer liebt, besonders die Nordsee mit ihren Halligen, dann ist der Roman " Die Farbe des Nordwinds" etwas für euch. Worum geht es? Klara Jahn erzählt in diesem Buch zwei Handlungsstränge. Zum einen die Geschichte von Ellen, die auf einer Hallig aufgewachsen ist,lange im Ausland lebte und nun nach 20 Jahren zurück kehrt. Um sich endlich wieder zu Hause fühlen zu können. Und auch, um sich mit ihrer Stiefschwester auszusöhnen.  Und da ist die Geschichte von  Arjen Martenson, der in den 1820er Jahren das harten Leben auf der Hallig in einer Chronik fest hält. Von seiner Liebe zu den Büchern, seinen Frust über die Rückständigkeit der Hallig-Bewohner und seinen Kampf, die Hallig sicherer gegen Sturmfluten zu machen. Fazit Ein wunderbares Buch. Man riecht förmlich die salzige Luft, spürt die Weite und das Meer. Der Autorin gelingt es, beide Erzählebenen wunderbar mit einander zu verweben. Es gibt skurile Charaktere, über die man lachen muss, besonders gut beschrei...

Rezension: " Der Garten meiner Mutter" von Anuradha Roy

Bild
  Als ich dieses Buch von Anuradha Roy entdeckte, war ich sofort interessiert, weil es in Indien spielt und um eine mutige Frau geht. Worum es geht Aus der Sicht ihres Sohnes wird das Leben von Gayartri in den 30er Jahren in Indien erzählt.  Von ihrem Vater wird Gayartri ungewöhnlich offen erzogen. Sie darf mit ihm reisen, sich bilden, die Künsterlin in sich selbst entdecken. Trotzdem wird sie jung verheiratet und empfindet die Ehe als Gefängnis. Für Ehefrauen gibt es strenge Regeln. Sie dürfen beispielsweise das Haus nicht ohne Erlaubnis des Ehemannes und ohne Begleitung verlassen, selbst entscheiden, was sie tun wollen, mit wem sie Zeit verbringen wollen.Sie sind Eigentum des Mannes, ihm untergeordnet, ohne Rechte und Freiheit. Und müssen noch dankbar sein, wenn sie nicht vom Ehemann geschlagen und freundlich behandelt werden. Gayartri aber möchte sich als Künstlerin verwirklichen, was in der patriachalen indischen Gesellschaft nicht möglich ist. Also verlässt Gayartri ihren...

Rezension und Interview: "Du bist die Antwort auf Deine Fragen" von Kaja Andrea Otto

Bild
Da ich mich schon länger mit Schamanismus beschäftige und auch schon Familienaufstellungen gemacht habe, hat dieses Buch von Kaya Andrea Otto gleich mein Interesse geweckt. Es geht um Ahnenarbeit und wie wir uns mit unseren Vorfahren verbinden können.            Worum es geht In ihrem Buch beschreibt die Autorin, wie wir Kontakt mit unseren weiblichen und männlichen Ahnen aufnehmen können, durch die Verbindung mit ihnen Blockaden lösen und unser Potential besser nutzen können. Gerade für uns Frauen in einer patriarchalen Welt ein heilsamer Weg, uns aus alten Mustern zu befreien, Blockaden zu überwinden und ein besseres Leben zu führen, in dem wir ganz authentisch sein können. Kaya Andrea beschreibt in verschiedenen Zeremonien und Übungen, wie wir vorgehen können, um mit unseren Ahnen und Ahninnen Kontakt aufzunehmen und welche Erfahrungen sie gemacht hat. Außerdem gibt es in dem Buch einen Download-Link für alle, die gern angeleitete Zeremonien mö...

Rezension: "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens

Bild
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Roman " Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens gehört zu den schönsten Büchern, das ich je gelesen habe und kam auf meine Liste der „ All Time Favourites“.   Worum es geht Die kleine Kya lebt in bitterer Armut mit ihrer Familie in einer schäbigen Hütte in den Sümpfen von North Carolina. Der Vater ist Alkoholiker und verprügelt Frau und Kinder. Die Mutter verlässt die Familie, als Kya 7 Jahre alt ist. Danach gehen die Geschwister, schließlich verlässt auch der Vater Kya, als sie 10 Jahre ist. Fortan lebt sie allein, schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Einen einzigen Freund hat sie: Ein schwarzer Tankstellenbetreiber kauft ihr Muscheln ab und versorgt sie dafür mit Lebensmitteln. In der Kleinstadt am Rand der Sümpfe bekommt sie keinerlei Unterstützung, sie ist „White Trash“, wie die Amerikaner die Unterschicht nennen, das „Marschmäden.“ Die Menschen lehnen sie als Außenseiterin ab, erzählen sich im Laufe der Jahre unglaubl...