Samstag, 19. Juni 2021

Crowdfunding Projekt für "Das Blaue Haus"


 Liebe Alle, seit einiger Zeit arbeite ich an einem neuen Buchprojekt: Das Blaue Haus.

Worum geht es?
Kjella will sich nach dem schmerzhaften Ende einer Beziehung eine Auszeit können und besucht ihre Freundin Annie in den USA. Es sind die 90er Jahre, Annie spielt in einer Grunge-Band und wohnt mit ihrem Freund in einem blauen Holzhaus in einem heruntergekommenen Viertel.
Kjella, die immer viel gearbeitet hat, strukturiert und verantwortungsbewusst ist, genießt es, in den Tag hineinzuleben, auf Konzerte zu gehen, Partys zu feiern, neue Menschen kennen zu lernen. So trifft sie einen Mohawk -Indianer in New York, einen Bassisten und einen Lehrer für Tibetischen Buddhismus.
Aus einem Sommer wird ein Jahr. Kjella wird klar, dass sie Entscheidungen für ihre Zukunft treffen muss. Gleichzeitig beobachtet sie mit Sorge, dass Annie sich immer mehr verändert, unter schweren Depressionen leidet. Was ist in der Vergangenheit passiert und kann sie ihrer Freundin helfen, obwohl sie selbst noch nicht genau weiß, wo es hingehen soll? Zurück nach Deutschland, in ihren alten Job oder in den USA bleiben?
Ein Buch über die 90er, die USA, Selbstfindung, Freundschaft und Liebe.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich dabei unterstützt, das Projekt durch eine Spende zu finanzieren. Als Dank winkt eine handsignierte Ausgabe des Blauen Hauses! Zum Projekt mit allen Infos kommt ihr hier.

Freitag, 4. Juni 2021

Rezension "Dinge, die das Herz höher schlagen lassen" von Mia Kankimäki



Ich wollte schon immer nach Japan, genauer Kyoto reisen, aber die ablehnende Haltung meines Finanzberateres machte es bisher unmöglich.(Und dann ist da ja auch noch Fukushima) Daher kam das Buch der Finnin Mia Kankimäki gerade recht. Auch sie ist Japan-Fan. Oder besser Japan-Kennerin.

Worum es geht

Mia reist nach Kyoto, um das Leben von Sei Shōnagon zu erforschen, die vor 1000 Jahren das erste Prosa- Buch der Geschichte schrieb, das legendäre Kopfkissenbuch. Wußtest ihr, dass eine Frau das erste Prosa- Buch schrieb? ( Ich wußte es nicht. Und das liegt, natürlich, am Patriachat.) Das Kopfkissenbuch ist kein Roman, sondern eher ein Tagebuch mit vielen Listen, Gedichten, Anektoden und Beobachtungen. Mia bezeichnet Sei Shōnagon als erste Bloggerin der Welt- sehr passend beobachtet.

Ich habe schon als Teenagerin Listen in mein Tagebuch geschrieben und so hat mich Seis Erzählstil auch gleich gepackt,weil er mir so vertraut war.

Während man das Buch liest, lernt man so ganz nebenbei und sehr leicht und locker erzählt viel über Kyoto, das heutige Japan und über die Geschichte des Landes. Da Mia Literatur studiert hat, bekommt man auch noch eine ordentliche Portion Literaturgeschichte vermittelt und wird an Bücher erinnert, die man schon immer mal lesen wollte. Oder sollte.

Und über Mia und ihre Seelenverwandte Sei, mit der sie einen inneren Dialog führt.

Mia ist aber auch zu der Zeit in Japan, als die Atomkatastrophe in Fukushima stattfindet. Sie berichtet darüber und schlägt einen Bogen von der Heian-Zeit Japans in die Jetzt-Zeit.


Fazit

Ich habe mir zum Lesen einen schönen Platz ausgesucht: Den japanischen Garten in Planten und Bloomen. Dort wurde es mir aber bald zu voll und zu laut. Das Buch habe ich, für mich ungewohnt,  anfangs langsam gelesen und mich jeden Tag gefreut, wieder etwas aus dem Leben von Sei oder Kyoto zu erfahren. Das Buch ist eher wie ein Blog geschrieben, es gibt - wie beim Kopfkissenbuch-keinen klassischen Plot und es macht Spaß, Mia auf ihrer Reise zu begleiten. Schließlich habe ich einen ganzen Tag teetrinkend im Bett verbracht und das Buch zu Ende gelesen. 

Der Autorin ist es wunderbar gelungen, das alte, historische Japan in unsere Zeit zu holen. Wunderbar sind auch die Beschreibungen der Tempel und Gärten in und um Kyoto herum. Ihr Schreibstil ist dabei leicht und humorvoll, aber nie oberflächlich. Ich hätte Lust, mit Mia einen Matcha-Tee zu trinken und zu plaudern.

Sehr empfehlenswert.

Mia, ich würde so gern mit dir und Sei Tee trinken. Darf ich mich euch anschließen?

Hier kommt eine Liste von Dingen, die ich nicht mag

Wenn Erdbeeren rot und prall aussehen, verführerisch und lecker - und dann nach Holländischen Gurken schmecken

Köstlicher grüner Tee, in einem Glas serviert. 

Weißes Gemüse wie Blumenkohl oder Spargel.Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden.

Oberflächliches Geplapper von Besuchern in einem atemberaubend schönen Japanischen Garten. Demut. 






Freitag, 14. Mai 2021

Rezension - "Der heilige King Kong" von James McBride


Als großer Fan amerikanischer Literatur wird es Zeit, endlich einmal etwas vom New Yorker Schriftsteller James McBride zu lesen, der neben dem National Book Award auch mit der Nation Humanties Medal von Barack Obama ausgezeichnet wurde.


Worum geht es?

Der Roman spielt Ende der 60er Jahre in einem armen Viertel in New York, wo hauptsächlich Schwarze und Lations leben und jeder sein Päckchen zu tragen hat. Zum Beispiel der Diakon der Baptistengemeinde, Sportcoach genannt. Seine Frau ist gerade gestorben, was ihn nicht davon abhält, lautstark mit ihr zu streiten. Er säuft ziemlich viel und ist auch sturzbetrunken, als er den Drogendealer Deems ein Ohr abschießt. Woran er sich aber partout nicht erinnern kann, während alle anderen in heller Aufregung sind, denn das wird Folgen haben. So setzt sich eine ganze Kette von Ereignissen in Gang.


Fazit

McBride entwirft einen ganzen Kosmos sonderbarer, kaputter aber auch liebenswerter Figuren, die mit Gewalt, Drogen, Armut und Rassismus zu kämpfen haben. Neben den schwierigen Lebensumständen geht es aber in seinem Roman auch um Zusammenhalt und Menschlichkeit.

Empfehlenswert.


Autor: James McBride

Übersetzer: Werner Löcher-Lawrence

Herausgeber : btb Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (15. März 2021)

Gebundene Ausgabe : 448 Seiten

ISBN-10 : 3442759242

ISBN-13 : 978-3442759248

Originaltitel : Deacon King Kong





Donnerstag, 13. Mai 2021

Rezension: "Jenseits der Abgrundes" von Frances Miralles und Angeles Donate

Das schöne, kunstvoll gestaltete Cover von "Jenseits der Abgrundes" hat mich gleich angesprochen und mich dazu bewogen, das Buch zu lesen.

Worum geht es?

Toni hört von einem alten Japaner, der in einer Hütte am Abgrund einer Schlucht lebt. Viele Menschen, die an diesen Abgrund stehen, wollen ihr Leben beenden. Und  Kosei-San, so heißt es, bewahrt sie auf magische Weise davor.

Toni, der gerade selbst mit dem Laden hadert, weil sein Bruder gestorben ist, sucht den alten Mann auf und hört sich seine Geschichte an.

 

Fazit

Das Buch ist ein Märchbuch für Erwachsene. Zwar geht es zunächst um ernsthafte Themen wie Lebenskrisen und Suizid. Aber am Ende braucht es nur eine Tasse Tee mit Kosei-San und  seine beruhigenden Worte und selbst Menschen  mit schweren Depressionen oder Traumata kehren um und leben ein erfülltes Leben.

Das ist natürlich vollkommen unrealitisch, aber wer gerade genug hat von der Pandemie und ihren Folgen, von Klimakrise und schlechten Nachrichten, für den bietet das Buch eine willkommenen Ausstieg aus dem Alltag. Ein bisschen vorhersehrbar, etwas konstruiert, aber nett geschrieben.

Denn am Ende wird (fast immer) alles gut und sie leben glücklich bis an ihr Ende.


Autor und Autorin: Frances Miralles und Angeles Donate

Übersetzerin: Maria Hoffmann-Dartevelle

Umschlaggestaltung nach einem Bild von Hannah Davies

Herausgeber : Diederichs (22. März 2021)

Gebundene Ausgabe : 240 Seiten

ISBN-10 : 3424351148

ISBN-13 : 978-3424351149

 

 


Mittwoch, 5. Mai 2021

Rezension: "Über Menschen" von Juli Zeh


Von der gefeierten Autorin Juli Zeh habe ich schon viel gehört, aber noch nichts gelesen. Höchste Zeit, das zu ändern.

Worum geht es? 

Werbetexterin Dora hat genug von ihrem Freund, der sich nur noch verbissen mit Corona und Klimaschutz beschäftigt, von Berlin und dem Großstadtleben und entscheidet sich, aufs Land zu ziehen. In ihrem Haus im brandenburgischen Bracken ist es dann aber nicht so idyllisch wie erhofft. Als erstes lernt sie den Dorf-Nazi Gote kennen und ist entsetzt, wer da nebenan wohnt. Mit der Zeit entwickelt sich dieser aber zum freundlichen Helfer und stellt Doras Vorurteile auf den Kopf. 

 

Fazit

Ich war schon nach den ersten Zeilen begeistert. Bis tief in die Nacht habe ich Anna Schudt zugehört, die das Buch großartig spricht und habe immer wieder herzhaft lachen müssen. Naive Großstädter, skurrile Charaktere und der nette Dorfnazi.

Aber nachdem ich es erst für sehr gekonnte, aber leichte Lektüre hielt, stellte ich fest, dass es das mitnichten ist. Es geht in Julis Zehs Roman darum, wie wir mit Menschen umgehen, die ganz anders sind als wir selbst, eine andere politische Meinung haben. Oder eben offene Rassisten sind. Wir müssen nicht gut finden, wie sie denken und handeln, ganz im Gegenteil. Denn Vorurteile oder gar Gewalt gegen Migranten oder Schwule und Lesben sind falsch. Aber auch Rassisten sind Menschen und wenn wir sie von vorn herein abwerten und uns überlegen fühlen, ist das ebenso falsch. Ich habe mich beim Zuhören oft selbst ertappt gefühlt. Wie steht es eigentlich mit meinen eigenen Vorurteilen? Denke ich nicht  auch oft einfach nur schwarz-weiß?

Das Buch hat bisher sehr unterschiedliche Reaktionen hervor gerufen. Begeisterte Kritiken und den Vorwurf, die Autorin würde Nazis verharmlosen. Die Kritik finde ich nicht gerechtfertigt.

Juli Zeh fordert uns auf, mit einander zu reden. Das klingt simpel. Eigentlich. Ist aber unglaublich schwer.

Sehr empfehlenswert.

Gesprochen hat das Buch Anna Schudt, die aus "Taorten" bekannt ist. Reinhören in das Buch könnt ihr hier.


Autorin: Juli Zeh

Sprecherin: Anna Schudt

Erscheinungsdatum: April21

Verlag:Der Hörverlag


Donnerstag, 29. April 2021

Rezension " Die Farbe des Nordwinds" von Klara Jahn

 


Wenn ihr das Meer liebt, besonders die Nordsee mit ihren Halligen, dann ist der Roman " Die Farbe des Nordwinds" etwas für euch.

Worum geht es?

Klara Jahn erzählt in diesem Buch zwei Handlungsstränge. Zum einen die Geschichte von Ellen, die auf einer Hallig aufgewachsen ist,lange im Ausland lebte und nun nach 20 Jahren zurück kehrt. Um sich endlich wieder zu Hause fühlen zu können. Und auch, um sich mit ihrer Stiefschwester auszusöhnen. 

Und da ist die Geschichte von  Arjen Martenson, der in den 1820er Jahren das harten Leben auf der Hallig in einer Chronik fest hält. Von seiner Liebe zu den Büchern, seinen Frust über die Rückständigkeit der Hallig-Bewohner und seinen Kampf, die Hallig sicherer gegen Sturmfluten zu machen.


Fazit

Ein wunderbares Buch. Man riecht förmlich die salzige Luft, spürt die Weite und das Meer.

Der Autorin gelingt es, beide Erzählebenen wunderbar mit einander zu verweben. Es gibt skurile Charaktere, über die man lachen muss, besonders gut beschreibt sie die Kinder in der Hallig Schule. 

Wie die Zwillinge Nils und Jan, deren Mutter als Veganerin eine Außenseiterin auf der Hallig ist und die alles brennend interessiert, was mit Tod und Veränglichkeit zu tun hat. Hinzu kommen der trauernde Witwer Jakob und die toughe Lieske, der alte Bauer Tijmann, der auf der Bank vor dem Haus sitzt und Platt schnackt. 

Nicht nur die Geschichten an sich sind fesselnd, mir gefällt besonders, dass man so viel über die Nordsee und die Halligen lernt. Es geht aber auch um Liebe und Verlust und ums Ankommen im Leben. 

Das Buch ist sehr gut recherchiert und hat bei mir den Wunsch ausgelöst, doch mal auf eine Hallig zu fahren. Sehr empfehlenswert.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Herausragend gesprochen von Britta Steffenhagen und Torben Kessler. 



  • Autorin: Klara Jahn
  • Herausgeber : Heyne Verlag (8. März 2021)
  • Gebundene Ausgabe : 400 Seiten
  • ISBN-10 : 3453273133
  • ISBN-13 : 978-3453273139

Montag, 19. April 2021

Rezension " Der Garten meiner Mutter" von Anuradha Roy

 


Als ich dieses Buch von Anuradha Roy entdeckte, war ich sofort interessiert, weil es in Indien spielt und um eine mutige Frau geht.

Worum es geht

Aus der Sicht ihres Sohnes wird das Leben von Gayartri in den 30er Jahren in Indien erzählt. 

Von ihrem Vater wird Gayartri ungewöhnlich offen erzogen. Sie darf mit ihm reisen, sich bilden, die Künsterlin in sich selbst entdecken.

Trotzdem wird sie jung verheiratet und empfindet die Ehe als Gefängnis. Für Ehefrauen gibt es strenge Regeln. Sie dürfen beispielsweise das Haus nicht ohne Erlaubnis des Ehemannes und ohne Begleitung verlassen, selbst entscheiden, was sie tun wollen, mit wem sie Zeit verbringen wollen.Sie sind Eigentum des Mannes, ihm untergeordnet, ohne Rechte und Freiheit. Und müssen noch dankbar sein, wenn sie nicht vom Ehemann geschlagen und freundlich behandelt werden. Gayartri aber möchte sich als Künstlerin verwirklichen, was in der patriachalen indischen Gesellschaft nicht möglich ist. Also verlässt Gayartri ihren Mann und ihren Sohn und geht ins Ausland.

Unter der Trennung leidet nicht nur der Sohn. Auch die Mutter vermisst ihren Sohn schmerzlich.Aber sie kann auch nicht zurück in das "Gefängnis." 

Fazit

Es ist immer schön, wenn man durch ein Buch in eine andere Zeit und in eine andere Kultur versetzt wird. Die Geschichte ist bewegend. So viele Frauen leiden unter dem Patriachat- noch heute. Gayartri ist mutig und kompromisslos. Ein toller Roman, mehrfach ausgezeichnet. 

Nur der deutsche Titel ist nicht so gelungen. Im Original heißt der Roman" All The Lives We Never Lived"- Die Leben, die wir nicht gelebt haben.  Und darum geht es in dem Buch. Was für Träume und Sehnsüchte haben wir? Was sind wir bereit, aufzugeben, um frei zu sein?

Hier könnt ihr einen Blick ins Buch werfen,

  • Herausgeber : Luchterhand Literaturverlag; Deutsche Erstausgabe Edition (25. Mai 2020)
  • Autorin: Anuradha Roy
  • Übersetzer: Werner Löcher-Lawrence
  • Gebundene Ausgabe : 416 Seiten
  • ISBN-10 : 3630876323
  • ISBN-13 : 978-3630876320
  • Originaltitel : All The Lives We Never Lived

Freitag, 2. April 2021

Rezension und Interview: "Du bist die Antwort auf Deine Fragen" von Kaja Andrea Otto


Da ich mich schon länger mit Schamanismus beschäftige und auch schon Familienaufstellungen gemacht habe, hat dieses Buch von Kaya Andrea Otto gleich mein Interesse geweckt. Es geht um Ahnenarbeit und wie wir uns mit unseren Vorfahren verbinden können. 

        

Worum es geht

In ihrem Buch beschreibt die Autorin, wie wir Kontakt mit unseren weiblichen und männlichen Ahnen aufnehmen können, durch die Verbindung mit ihnen Blockaden lösen und unser Potential besser nutzen können. Gerade für uns Frauen in einer patriarchalen Welt ein heilsamer Weg, uns aus alten Mustern zu befreien, Blockaden zu überwinden und ein besseres Leben zu führen, in dem wir ganz authentisch sein können.

Kaya Andrea beschreibt in verschiedenen Zeremonien und Übungen, wie wir vorgehen können, um mit unseren Ahnen und Ahninnen Kontakt aufzunehmen und welche Erfahrungen sie gemacht hat. Außerdem gibt es in dem Buch einen Download-Link für alle, die gern angeleitete Zeremonien möchten. Im zweiten Teil des Buches geht es darum, den eigenen Wünschen und Visionen auf die Spur zu  kommen. 

 

Fazit

2019 habe ich meinen Roman "Vom Flüchten" veröffentlicht, in dem es um die Geschichte meiner Mutter und Großmütter ging. Ich hatte das Gefühl, dass gerade die Lebensleistung meiner Großmütter nie richtig gewürdigt wurde. Das war meine Motivation. Erstaunlicherweise hatte ich beim Schreiben oft das Gefühl, als würden meine Ahninnen mir zeigen, was in den Jahren des Krieges und der Flucht passiert ist, so als betrachte ich einen Film. Damals zeigte sich für mich eine Verbindung zu meinen Ahninnen, die mir jetzt durch das Lesen des Buches von Kaya Andrea Otto noch einmal sehr bewusst wurde. Vielleicht geht es euch auch so, dass da eine Verbindung besteht, die ihr nur „aktivieren“ müsst. Dabei kann euch dieses Buch helfen.

Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir auch gleich auf der Website den Podcast angehört und den Newsletter abonniert habe. Egal, ob man sich mit dem Thema schon beschäftigt hat oder sich zum ersten Mal damit auseinander setzt, ein tolles Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann. 

·        Herausgeber : Arkana; Originalausgabe Edition (15. März 2021)

·        Broschiert : 256 Seiten

·        ISBN-10 : 344234266X

·        ISBN-13 : 978-3442342662



Hier noch ein kurzes Interview mit der Autorin Kaya Andrea Otto.

 

1.Du pendelst zwischen Arizona, Hamburg und den Kanarischen Inseln. Wie kam es dazu?

 

Der Ruf an alle Ort kommt und kam bei mir immer über die Ahnen. Nach Arizona bin ich über die Maya-Priesterin Flordemayo gekommen. Die Geschichte teile ich auch in dem Buch. Denn durch Flordemayo kam ich nach South Daktota und dort lernte ich die Frauen kennen, die ich heute meine Schwestern nenne und in deren Haus “mein Zimmer” in Arizona ist. Beide sind Diné bzw. Diné-Zuni und durch sie durfte ich einen tiefen Einblick in die Kultur der Native Americans erhalten. Die Kanarischen Inseln haben mich schon seit dem ersten Besuch als Kind im Urlaub berührt, schon damals hatte ich das Gefühl jemand ruft mich. Meine regelmäßigen Aufenthalte dort haben ebenfalls mit der indigenen Kultur dort zu tun. Auch in dem Fall war es eine interessante Begegnung, die ich im Buch ebenfalls näher beschreibe. Kurz: als ich meinen Freund Paco kennenlernte fragte mich dieser ziemlich schnell, ob ich ihm mit seinen Ahnen helfen könnte - dabei ging es um den Schmerz der Kolonialisierung durch Columbus. Ich tat es und lernte so die Insel noch einmal ganz neu kennen - und kehre seitdem immer wieder zurück. Aktuelle pendele ich zwischen dem Teutoburger Wald und Hamburg - auch dort sind es meine Ahnen, die mich einladen. Denn im Teutoburger Wald stehen die Externsteine - ein uralter heiliger Kraftort. Und dort kämpften die Menschen gegen die brutale Christianisierung durch Karl den Großen. Es sind also für mich immer wieder die Stimmen und Geschichten der Ahnen, die mich einladen.

 

2. Du sprichst in deinem Buch von Kinderfreiheit. Ich finde diesen Begriff sehr gut, denn "kinderlos" fand ich schon immer unpassend, weil es einen Mangel impliziert. Wie sind die Reaktionen darauf. Gab es auch negative?

Das Wort Kinderfreiheit ist eines, welches bisher durchweg auf positive Resonanz stößt. Es ist fast sogar so, als ob es eine Erleichterung für viele Frauen bringt, denn es erlaubt uns eine Wahl. Es ermächtigt uns zu entscheiden. Und es bewertet nicht, wenn sich eine Frau für Kinder entscheidet. Denn jeder Weg ist absolut okay, wenn er aus der Frau heraus entsteht. Worte haben so viel Macht, denn sie haben einfach eine bestimmte Vibration und Assoziation. Ich finde es so wichtig und Worte zurückzuerobern oder sie neu zusammenzusetzen, um damit auch mentale und kulturelle Gegebenheiten in Frage zu stellen oder Dinge überhaupt erst denkbar zu machen.

 

3. Wie siehst du die Corona-Pandemie aus spiritueller Sicht?

Es ist eine Einladung zur Demut. Die Zunahme an Zoonosen ist darauf zurückzuführen, dass wir immer weiter den Lebensraum anderer Arten beschränken und in ihn vordringen. Dabei haben wir als Menschen oft nur unseren unmittelbaren Vorteil im Kopf - und gefährden damit das Gleichgewicht des Großen Ganzen. Das ist in meinen Augen unheimlich hochmütig und arrogant. Wenn wir endlich diese Wahnvorstellung davon, dass wir die Spitze der Evolution sind, gehen lassen können und erkennen, dass wir alle hier gemeinsam auf dieser Erde leben und alle Lebewesen wichtig sind, dann können wir die neue Welt, von der immer gesprochen wird aktiv gestalten. Dazu gehört allerdings Demut. Und zwar ganz schön viel davon.  Demut praktizieren bedeutet eben auch Respekt zu haben - vor anderen Lebewesen und den nächsten Generationen. Es bedeutet sich wie eine gute Ahnin zu verhalten und zu erkennen, dass wir eben nicht die Herrscher der Erde sind, sondern die Verwalter.

 Vielen Dank!








 

Freitag, 26. März 2021

Rezension: "Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens


Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Roman " Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens gehört zu den schönsten Büchern, das ich je gelesen habe und kam auf meine Liste der „ All Time Favourites“.

 

Worum es geht

Die kleine Kya lebt in bitterer Armut mit ihrer Familie in einer schäbigen Hütte in den Sümpfen von North Carolina. Der Vater ist Alkoholiker und verprügelt Frau und Kinder. Die Mutter verlässt die Familie, als Kya 7 Jahre alt ist. Danach gehen die Geschwister, schließlich verlässt auch der Vater Kya, als sie 10 Jahre ist. Fortan lebt sie allein, schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Einen einzigen Freund hat sie: Ein schwarzer Tankstellenbetreiber kauft ihr Muscheln ab und versorgt sie dafür mit Lebensmitteln.

In der Kleinstadt am Rand der Sümpfe bekommt sie keinerlei Unterstützung, sie ist „White Trash“, wie die Amerikaner die Unterschicht nennen, das „Marschmäden.“ Die Menschen lehnen sie als Außenseiterin ab, erzählen sich im Laufe der Jahre unglaubliche Geschichten über sie.

Das Schicksal Kyas lässt einen zunächst einmal fassungslos zurück und traurig. Doch Kya ist zwar arm, aber trotzdem reich: Sie lebt in der Natur, verschmilzt geradezu mit ihr, kennt jeden Baum und jeden Strauch, jedes Blatt. Die Schilderung der Natur ist fast poetisch und wunderschön. Und so wird aus der Trauer über das Schicksals Kyas Bewunderung und Faszination. Kyas Geschichte lässt einen nicht mehr los.

Aus Kya, der ein Freund aus Kindertagen irgendwann lesen und schreiben beibringt, wird sogar noch eine Schriftstellerin. Ach so: Einen Mord gibt es auch noch. Aber dieses Buch ist in dem Sinne kein Krimi. Und mehr wird nicht verraten.

Fazit

Was für ein Debüt! Ich habe das Buch als Hörbuch „gelesen“ und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich bin normalerweise eine schnelle Leserin. Hier hab ich ganz langsam gelesen. Weil ich nicht wollte, dass es aufhört. So habe ich beim Hören immer wieder unterbrochen, um im Internet die beschriebenen Pflanzen und Vögel nachzuschlagen. Viele Bilder sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Zum Beispiel wenn Kya am Strand Möwen füttert und diese sie in die Mitte nehmen, sie umfliegen, auf ihren Händen und Füssen landen.

Hörbuch-Sprecherin

Gesprochen hat das Hörbuch Luise Helm. Und um das Lesevergnügen perfekt zu machen: Sie hat es fantastisch gemacht. Ich kenne keine andere Hörbuchsprecherin, die so lesen kann. Sie hat einzelnen Charakteren eine eigene Stimme gegeben, ohne aufgesetzt zu erscheinen oder übertrieben zu klingen. Sie trifft den Ton eines einfachen Fischers ebenso wie den einer bonierten Kleinstadtbewohnerin oder den eines ängstlichen Kindes. Ein absoluter Hör-Genuss. Luise Helm ist neben ihrer Arbeit als Synchronsprecherin (übrigens die deutsche Stimme von Scarlett Johanson) auch Schauspielerin und Sängerin. Hier geht es zur Hörprobe: (https://www.audible.de/search?searchNarrator=Luise+Helm&source_code=GAWOR12604212090BN&ipRedirectOverride=true&gclid=CjwKCAiAq8f-BRBtEiwAGr3DgfYBQzDW-Ur7MwseYvh8Qr_na2_FeJv7i8ghK3exNwoB-evVKnAAGxoCa6IQAvD_BwE)

  • Titel: Der Gesang der Flusskrebse
  • Autorin; Delia Owens
  • Übersetzer: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
  • Sprecherin: Luise Helm
  • Hörbuch-Verlag: Hörbuch Hamburg
  • ISBN-10: 3446264191
  • ISBN-13: 978-3446264199

Sonntag, 14. März 2021

Rezension: " Catwatching" von Desmond Morris


Habt ihr eine Katze zu Hause, die ihr heiß und innig liebt?  Oder schaut euch heimlich Katzenvideos im Internet an? Dann ist das folgende Buch vielleicht etwas für euch. 

Meine Katze, Frau Tashi, ist 2019 gestorben. 14 Jahre haben wir Tisch und Bett geteilt. Oder wie sie es ausdrücken würde: habe ich bei ihr gewohnt. Die Trauer über ihren Verlust war groß und es hat einige Zeit gedauert, aber jetzt bin ich bereit für einen neuen Stubentiger. Und wie das so ist, wenn man sich mit einem bestimmten Thema beschäftigt, entdeckte ich plötzlich dieses Buch über die Körpersprache und das Verhalten der Katzen. Ich bin natürlich eine Expertin auf dem Gebiet von Katzen, das versteht sich von selbst. Aber ich dachte, vielleicht kann ich doch noch etwas lernen über die wunderschönen, eigenwilligen Tiere. 

Worum geht's?

Der Verhaltensforscher und Autor Desmond Morris erklärt in seinem Buch das Verhalten von Katzen. Auf unterhaltsame Weise, mit vielen schönen Fotos. Dabei geht er zum Beispiel der Frage nach, die alle Katzenhalter  kennen: Erst möchte die Katze unbedingt raus und wenn man die Tür aufmacht, will sie nach zwei, drei Minuten unbedingt wieder rein. Warum wedelt die Katze mit dem Schwanz oder warum schmollt sie? Was signalisiert eine Katze mit der Stellung der Ohren oder wie bringen es die Samtpfoten fertig, auf eben diesen zu landen, wenn sie vom Baum fallen? 

Diese und andere Fragen beantwortet Desmond Morris.

Fazit

Das Buch ist unterhaltsam und ich habe tatsächlich noch etwas gelernt. Die nächste Katze kann kommen. Das kurzweilige Buch ist für alle Katzenliebhaber und die,die es werden wollen, zu empfehlen.



Samstag, 6. März 2021

Rezension: "1000 Morgen" von Jane Smiley

 


Jane Smiley hat für"1000 Morgen" den Pulitzer Preis erhalten, die höchste literarische Auszeichnung der USA. Das Buch wurde auch verfilmt. Das ist schon einige Jahre her, aber 2020 wurde es vom Verlag noch einmal neu aufgelegt. 


Worum geht's?

Die Geschichte spielt im Iowa, auf einer großen Farm von 1000 Morgen. Hier herrscht der Patriach Laurence Cook wie ein König. Alle müssen sich ihm ohne Widerworte unterordnen- seine Töchter und die Schwiergersöhne.

Um die Erbschaftssteuer zu sparen, beschließt Laurence Cook seinen Kindern den Millionenbesitz noch zu Lebzeiten zu überschreiben, um die Erbschaftssteuer zu sparen. 

Als er sich aus dem Tagesgeschäft zurück zieht und die Töchter nicht mehr von ihm abhängig sind, brechen alte Gräben auf.  Die älteste Tochter macht öffentlich, dass ihr Vater sie als Kind jahrelang missbraucht hat. Die jüngere Schwester kann das zunächst nicht verstehen. Aber dann kommen auch bei ihr verstörende Erinnerungen hoch, die sie lange verdrängt hat.

Fazit

Der Roman entwickelt sich langsam. Zunächst geht es viel um das Farmleben, harte Arbeit mit wenig Entspannung und Ablenkung. Für ungeduldige Menschen wie mich nicht ganz einfach. Dann aber bricht die heile Fassade zusammen und Abgründe tuen sich auf.  Das ist doch schon eher etwas für meinen Geschmack.  (Ich bin Ehren-Skorpion). 

Einziges Manko: Die Übersetzung ist schlecht. So spricht man in Deutschland beispielsweise nicht von Organischen Farmern, sondern von Bio-Bauern. Ich empfehle daher, dass Original zu lesen. 


Crowdfunding Projekt für "Das Blaue Haus"

  Liebe Alle, seit einiger Zeit arbeite ich an einem neuen Buchprojekt: Das Blaue Haus. Worum geht es? Kjella will sich nach dem schmerzhaft...