Rezension "Befreit" von Tara Westover


Tara Westover beschreibt ihre Kindheit in den Bergen Idahos, in einer Mormonen Familie, abgeschottet von der Welt.  Ein Leben im Einklang mit der Natur ,aber auch mit den Gesetzen des Vaters, der psychisch krank und paranoid ist. Immer wieder bereitet er die Familie auf den nahenden Weltuntergang vor. Von ihm lernt Tara, dass die Welt bedrohlich ist und sie ohne ihre Familie nicht überleben kann. 

Tara muss hart arbeiten, darf nicht zur Schule gehen oder zu einem Arzt und ist der Gewalt ihres älteren Bruders ausgesetzt. Trotzdem bewahrt sie sich den Wunsch, zu lernen, Neues zu erfahren. Und schafft es schließlich mit viel Disziplin, die Bildung, die ihr verwehrt wurde, nachzuholen und sogar zur Universität zu gehen.

Gleichzeitig entfremdet sie dies von ihrer Familie. Und sie muss eine Entscheidung fällen, der sie lange ausweicht: Soll sie ihr Leben leben, das Leben einer freien Frau und Akademikerin oder in den Schoss ihrer Familie zurück kehren. Denn beides, so muss sie schmerzlich feststellen, geht nicht.

 Fazit

Das Buch ist unheimlich spannend  und hat mich Nächte lang wach gehalten. Man fühlt mit dem kleinen Mädchen mit, dass so hart wie ein Erwachsener auf dem Schrottplatz arbeiten muss. Gleichzeitig bewundert man ihre Naturverbundenheit und ihren Mut. Ganz selbstverständlich hilft sie dem Vater beim Dachdecken, fährt Gabelstabler und hilft beim Schrott verwerten. 

Hinzu kommt der Bruder, der zu Gewaltausbrüchen neigt und vor dem Tara sich ständig in Acht nehmen muss. Er hat zwei Gesichter und schwankt ständig zwischen dem liebevollen, beschützenden Bruder und einem übergriffigen, brutalen Psychopathen. Wen sie gerade vor sich hat, weiß Tara nicht und lebt in ständiger Anspannung. 

Als sie sich dann befreit und anfängt, aufs College zu gehen, kann man hautnah mit erleben, wie Tara die Welt neu entdeckt. Wie sie begierig lernt, was ihr so lange vorenthalten wurde. Über ihr eigenes Land, fremde Kontinente und Kulturen, Frauenrechte. Und dabei immer mehr erkennt, dass ihre Familie ihre eigene Weltsicht hat, die nicht mit der Realität übereinstimmt. 

Ein großartiges, fesselndes Buch. Über Taras Weg und ihre Entwicklung. Was ich mir gewünscht hätte, ist dass die Autorin auch die Beziehung zu ihrem Freund Drew stärker aufgreift. Denn für eine junge Frau, die als Mormonin aufwächst, ist es sicher nicht einfach, unverheiratet mit einem Mann zusammen zu leben. Und eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Mann und Frau hat sie in ihrer Mormonischen Gemeinde und der Familie nie erlebt. Mormoninnen heiraten üblicherweise mit 18,19 Jahren. Ihre Aufgabe ist dann nur noch, wie am Fließband Kinder zu gebären und ihrem Mann zu gehorchen. 

Das wäre das I-Tüpfelchen gewesen. Aber davon abgesehen ist "Befreit" für mich mein Buch des Jahres. 

Titel: Befreit

Autorin: Tara Westover

Übersetzer: Eike Schönfeld

Herausgeber : KiWi-Taschenbuch; 4. Edition (12. September 2019)

Taschenbuch : 448 Seiten

ISBN-10 : 3462054007

ISBN-13 : 978-3462054002






Rezension:"Happiness" von Tina Turner


Tina Turner gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Musikerinnen der Welt. Ihre Bühnenshows sind legendär. Weniger bekannt ist,  dass Tina ein sehr spiritueller Mensch und Buddhistin ist. In dem Buch "Happiness" berichtet sie über ihre spirituellen Weg und wie der Buddhimus ihr Leben bereichert.

Worum geht's?
 
Als ich das Buch entdeckte, war ich gleich Feuer und Flamme. In den 70er Jahren fand Tina Turner über Freunde zum Buddhismus und zum Chanten. Sie praktiziert die japanische Form des Buddhismus, hat dadurch viele Krisen in ihrem Leben meistern können und eine gelassene Haltung entwickelt. Tina Turner ist zwar heute berühmt und reich, aber sie hat auch viele Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Eine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen mit einer Mutter, die distanziert und kalt war und einem Vater, der sich gar nicht kümmerte. Einen prügelenden Ehemann. Gesundheitliche Probleme. Aber sie hat sich davon nie unterkriegen lassen.
Hier beschreibt sie aber nicht nur, was es für sie bedeutet, Buddhistin zu sein und dies im Alltag zu leben, sondern gibt auch eine Einführung in den Buddhismus.  Zusammen mit anderen Künstlern hat sie außerdem mit dem Musikprojekt "Beyond" einen Weg geschaffen, Menschen verschiedener Kulturen und Religionen zu verbinden.
Dazu gibt es einige Fotos aus ihrem Leben und viele schöne Zitate berühmter Menschen.
 
Fazit
 
Ich war beeindruckt, wie gebildet und belesen Tina Turner ist und wie es ihr gelungen ist, ein spirituelles Leben zu führen, dass sie offenbar sehr erfüllt und glücklich macht. Das Buch ist sehr motivierend  und beeindruckend. Egal,ob man nun Buddhist, Christ oder Atheist ist. 
 
 Sehr empfehlenswert. 

Wer Lust hat, mal in das Beyond-Projekt reinzuhören, findet hier ein Vido, in dem Tina Amazing Grace singt. Gänsehaut-Faktor garantiert.
 
 
Titel: Happiness
Autorin: Tina Turner mit Regula Curti und Taro Gold
 
Herausgeber: Knaur Balance; 4. Auflage, Ungekürzte (2. November 2020)
Gebundene Ausgabe : 248 Seiten
ISBN-10 : 3426675978
ISBN-13 : 978-3426675977
 

Rezension: "Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte" von Paul Auster

 


Dieses Hörbuch ist mir gerade wieder einmal in die Hände gefallen und da es perfekt in die Jahreszeit passt, möchte ich es euch empfehlen. Gerade für die Menschen, die klassische Weihnachtsgeschichten nicht mögen oder als kitschig empfinden, ist sie toll. 

Worum geht's?

Auggie Wren arbeitet als Verkäufer in einem kleinen Laden im New Yorker Stadteil Brooklyn. Sein Kunde Paul ist Schriftsteller und erzählt Auggie, dass er von einem Magazin gebeten wurde, eine kurze Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Aber ihm fällt nichts wirklich Gutes ein. Also erklärt sich Auggie kurzerhand bereit, ihm eine Weihnachtgeschichte zu erzählen, wenn er ihn auf einen Drink einlädt. Paul stimmt zu und bekommt so seine Weihnachtsgeschichte.

Auggie erzählt ihm von einem Ladendiebstahl in seinem Geschäft,bei dem der Dieb seine Geldbörse verliert. Zunächst verfolgt Auggie ihn wutentbrannt. Aber er kann ihn nicht einholen. Die Geldböre nimmt er an sich. Nach ein paar Tagen ist die Wut verraucht und Auggie entscheidet sich-weil Weihnachten ist- dem Dieb die Geldbörse zurück zubringen. Unter der Adresse trifft er aber nur eine alte, blinde Frau, die einsam zu sein scheint. Also entschließt sich Auggie zu einem kleinen Schwindel, um der Großmutter des Diebes ein schönes Weihnachten zu bescheren. 

Fazit

Viele kennen die Geschichte vielleicht schon, denn sie wurde in dem Film "Smoke" verfilmt. Ich liebe den Film und das Hör-Buch. Gelesen von Paul Auster selbst im Original. Oder in der deutschen Version von Christan Brückner, meinem absoluten Lieblings-Hörbuch-Leser. Er könnte mir wahrscheinlich das Telefonbuch vorlesen und ich wäre begeistert. Er liest einfach toll und hat eine Stimme, die mir das Gefühl gibt, ein langes, warmes Bad zu nehmen. Übrigens ist er auch als deutsche Stimme von Robert de Niro bekannt.

Die Geschichte hat durchaus etwas Weihnachtliches, weil es zum einen darum geht, jemanden zu verzeihen, der einen bestohlen hat, zum anderen mit einem fremden Menschen, der ganz allein ist, ein bisschen Zeit zu verbringen. Auch wenn dabei ein bisschen geschwindelt wird. 

Das Hörbuch kann ich wirklich empfehlen. Eine kurze, aber vergnügliche Geschichte. Eine Hörprobe findet ihr hier.

Titel: Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte

Autor: Paul Auster

Sprecher: Christian Brückner

ISBN-10 : 3899038363

ISBN-13 : 978-3899038361

Herausgeber : Hörbuch Hamburg; 1. Auflage, Ungekürzte (5. Oktober 2012)

Rezension: Frida Kahlo und die Farben des Lebens von Caroline Bernard

 


Ich liebe die Bilder von Frida Kahlo und habe schon eine Biografie über sie gelesen. In "Frida Kahlo und die Farben des Lebens" geht es in romanform um das Leben der berühmten Künstlerin. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört.

Worum geht's?

Ein schrecklicher Unfall, der sie monatelang zwingt, im Bett zu liegen, bringt Frida dazu, intensiv zu malen. Zunächst mit einer Staffelei über ihrem Bett. Sie erholt sich von ihren Verletzungen, auch wenn sie nie ganz schmerzfrei sein wird. Das Malen bleibt.
Als sie den berühmten Maler Diego Rivera trifft, ist es um sie geschehen. Zum einem verfällt sie dem Maler, zum anderen fühlt sie sich durch sein Urteil bestärkt, eine ernsthafte Künstlerin zu werden. 
Diego betrügt Frida immer wieder und ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich, aber sie gibt nicht auf. 

Fazit

Das Leben Frida Kahlos ist bekannt, aber es hier in Form eines Romans zu lesen, ist toll. Der Autorin Caroline Bernard ist es wunderbar gelungen, ihr Leben so darzustellen, dass es einen mitreißt.

Fridas Temperament und ihre Willensstärke haben etwas sehr Ermutigendes. Wer einen solch schweren Schicksalsschlag verkraften muss, aber trotzdem nicht die Flinte ins Korn wirft, sondern daraus auch noch unbändigen Lebenshunger und Schaffenskraft zieht, den kann man nur bewundern. 

Während des Hörens schaue ich mir immer wieder Bilder von Frida Kahlo an, die ich in Form von Postkarten habe. Das macht das Zuhören noch schöner, denn die Malerin hat die Erlebnisse ihres Lebens immer auch in ihren Gemälden abgebildet.

Von Luise Helm wieder einmal mitreißend gelesen.


Hier geht's zur Hörprobe. 
Das Buch findet ihr hier.


Autorin: Caroline Bernard

Titel: Frida Kahlo und die Farben des Lebens

Sprecherin: Luise Helm

Audio Verlag

Erscheinungsdarum: September 2019

Dauer: 10 Stunden und 12 Minuten



Rezension: "Pfoten im Schnee" von Lotti Meier


Das Buch hat mich gleich angesprochen. Ich liebe Hunde, die Natur und träume schon ewig von einer Fahrt mit einem Hundeschlitten in unberührter Natur.


Worum geht's?

Modedesignerin Lotti ist erfolgreich und genießt ihr Jet-Set-Leben in der Schweiz. Aber etwas fehlt. Also bucht sie einen besonderen Urlaub, einen Aufenthalt in Lappland mit Hundeschlitten und Hüttenromantik.

Der Urlaub verändert ihr Leben. Sie verliebt sich Schlittenhundführer Sven. Da kommt ihr die Kündigung in Basel mit großer Abfindung gerade recht. Mit Sven lebt sie ihren großen Traum: Sie gründen eine Lodge im schwedischen Teil Lapplands mit 100 Huskies und bieten Schlittenhundtouren für Touristen an. Sie erleben die traumhaft schöne Natur und die Verbundenheit mit ihren vierbeinigen Freunden. 

Aber  dann entpuppt sich Sven immer mehr als Narzißt und das Leben mit ihm wird zu Qual. Einerseits will sie ihn verlassen, andererseits ihren Traum in Lappland nicht aufgeben. Was soll sie tun, wie wird sie sich entscheiden?

Fazit

Der Roman von Lotti Meier in Zusammenarbeit mit Andrea Micus liest sich angenehm, der Ton ist leicht und locker. Am Anfang ist es mir fast zu viel Zuckerguß und ich bin geradezu froh über ein paar Probleme der Romanheldin Lotti. Die ist eine wahre Kämferin und schafft es immer wieder, mit kreativer Energie weiterzumachen. 

Das Buch ist angenehme Unterhaltung, dafür muss man Sätze wie " Wenn man an etwas fest glaubt, wird es auch klappen" oder " Es geht immer weiter in Leben" in Kauf nehmen. Dass Andrea Micus für Frauenzeitschriften arbeitet, merkt man dem Buch an. Die Zielgruppe ist hier wahrscheinlich die naturverbundene Brigitte-Leserin. 

Leichte Literatur mit Wohlfühl-Garantie und schönen Bildern von Huskies im Schnee und Nordlichtern im Kopf.

Auf Amazon findet ihr auch noch ein Interview mit der  Autorin Lotti Meier über ihr Leben in Lappland.

Titel: "Pfoten im Schnee"
Autorin: Lotti Meier mit Andrea Micus
ISBN-10 : 3959102992

ISBN-13 : 978-3959102995
Broschiert : 240 Seiten
Herausgeber : Eden Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH; 1. Auflage, Ungekürzte (6. November 2020)

#PfotenimSchnee #NetGalleyDE 


Rezension: "Kleines Zuhause, grosse Freiheit" von Julia Seidl

 


Einige von euch haben sicher schon vom Tiny House-Movement gehört. Einem Trend aus den USA, auf kleinem Raum zu leben, im eigenen, aber winzigen Haus, ohne viel Besitz. Am besten umgeben von viel Natur. Ein neuer, minimalistischer Lebensstil.

Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema und da kam das Buch über einen minimalistischen Lebenstil gerade recht.

Worum geht's?

Die Autorin Julia Seidl beschreibt in zehn Porträts Menschen, die sich entschieden haben, ihr Leben zu verändern. Dabei geht es aber nicht darum, sich ein Tiny House zu kaufen oder gar um technisches Details solcher Häuser. Sondern darum, was bewegt Menschen, sich zu verändern? Was ist wirklich wichtig in unserem Leben? Brauchen wir all den Konsum? Teure Wohnungen in der Stadt oder große Häuser? Gerade in einer Zeit, wo manche Menschen mehr als die Hälfte ihres Gehaltes für die Miete ausgeben, eine gute Frage. 

Die beschriebenen Menschen sind dabei ganz unterschiedlich. Einige sind in einem Alter, wo die Kinder aus dem Haus sind und das eigene Zuhause mit viel Platz als Ballast mit viel zu viel Zeug empfunden wird, ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht. Andere sind Studierende, die sich eine teure Wohnung in einer Großstadt nicht leisten können.Und es gibt auch Aussteiger, die eine unkonventionelle und manchmal sehr extreme Auffassung vom Wohnen und Leben haben. Als könne man nur glücklich sein, wenn man keinen Strom und kein fließend Wasser hat.

Tiny Häuser wie in den USA, die komplett ausgestattet, auf dem neusten technischem Niveau sind, werden hier nicht beschrieben. Vielleicht gibt es davon in Deutschland noch nicht so viele. Und da Julia Seidl sich ausschießlich in Bayern und Österreich umsah, ist die Recherche vielleicht nicht so umfangreich wie sie sein könnte. 

Die Autorin startet auch einen Selbstversuch und wohnt ebenfalls ein paar Tage in einem Tinyhouse.

Fazit

Ich fand die Porträts sehr interessant. Die schwarz-weiß Fotos von Stefan Rosenboom passen zum reduzierten Lebensstil, der hier beschrieben wird. 

Was brauchen wir wirklich, um gut zu leben? Was ist uns wichtig, was macht uns glücklich? 

Das Buch passt toll in die Zeit und regt zum Nachdenken an. 


Titel: Kleines Zuhause, grosse Freiheit
Autorin: Julia Seidl
Fotograf: Stefan Rosenboom

ISBN-10 : 3453281128
ISBN-13 : 978-3453281127
Herausgeber : Ludwig Buchverlag; Originalausgabe Edition (13. Mai 2019)


 


Rezension: "Das Geheimnis der Rauhnächte"von Jeanne Ruland


Die »Rauhnächte« - der Zeitraum zwischen dem 24.12 und dem 6. Januar - gelten schon immer als besondere Zeit, um die sich viele Mythen ranken. Schon die alten Germanen führten in den 12 Nächten bestimmte Rituale durch. So stammt der Name Rauhnacht vermutlich vom Räuchern der Ställe mit Weihrauch. 

Durch die Christianisierung verbanden sich die Rituale mit der Zeit mit christlichen Bräuchen. So zum Beispiel das Aufstellen eines Weihnachtsbaumes oder das Segnen durch Weihrauch in der Katholischen Kirche. 

Die Verbindung zur "Anderswelt" soll in dieser Zeit besonders gut sein. Egal ob man nun daran glaubt oder nicht: Zurzeit verbringen wir mehr Zeit zu Hause als sonst.Da ist es eine gute Idee, die Zeit zu nutzen, in sich zu gehen und Kraft aus Ritualen zu schöpfen.


Worum geht's?


Jeanne Ruland hat alles Wissenswerte zu den Rauhnächten zusammengetragen. Wir können uns von kleinen Ritualen, Meditationen und praktischen Übungen inspirieren lassen. Zum Beispiel eine Wunschliste für das neue Jahr anlegen, Träume aufschreiben und deuten oder durch das Räuchern von Kräutern einen schönen Geruch und Besinnlichkeit in unser Zuhause bringen. 

Fazit:

Ich habe mir das Buch als Hörbuch angehört. Manchmal empfanf ich Stimme und Vortrag ein bisschen sehr getragen, aber das ist sicher Geschmackssache. Auf jeden Fall sind die Vorschläge interessant und  ich werde einiges ausprobieren. 

Hier eine Hörprobe.
Das Buch gibt es auch als Taschenbuch.

Titel: Das Geheimnis der Rauhnächte
Autorin: Jeanne Ruland

  • ISBN-10 : 3897678659
  • ISBN-13 : 978-3897678651
  • Taschenbuch : 112 Seiten
  • Abmessungen : 11.6 x 1 x 16.5 cm
  • Herausgeber : Schirner Verlag; 24. Edition (12. November 2009)

Podcast mit Emilia de Luca


Mögt ihr gerne Podcast? Heute durfte ich mit Emilia de Luca von " Meine Lesung" einen Podcast aufnehmen. Ich lese aus meinen Roman "Vom Flüchten" und beantworte Emilias Fragen. Es hat viel Spaß gemacht. Hört doch mal rein!

Das Buch könnt ihr direkt bei mir bestellen - auch gern mit Widmung. Soll das Buch ein Geschenk sein, übernehme ich auch gern den Versand an die beschenkte Person.
Ansonsten im Buchhandel oder natürlich bei Amazon.

Rezension: "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen"von Elena Ferrante


Nachdem ich bereits ihre neapolitanische Saga gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf das neue Buch von Elena Ferrante. Die Saga, beginnend mit "Meine geniale Freundin" wurde inzwischen sogar verfilmt. Meine Erwartung war daher sehr hoch.

Worum geht's`?

Giovanna ist dreizehn Jahre alt und wächst sehr behütet auf,ihre Eltern sind Akademiker und gehören der Mittelschicht Neapels an. Als Giovoanna in die Pubertät kommt, verändert sie sich, stellt die Regeln ihrer Eltern in Frage und möchte gern auch den Teil der Familie kennen lernen, der aus dem armen Teil Neapels kommt und zu dem die Eltern bisher jeden Kontakt mieden. Sie lernt ihre Tante Vittoria kennen, eine ruppige und ziemlich vulgäre Person, die Giovanna aber fasziniert. Im Laufe der Geschichte entdeckt Giovanna ein Geheimnis ihres Vaters, das alle verstört und die Familie auseinander reißt.

Fazit

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, gesprochen von Eva Mattes. Sie liest hervorragend, hat eine sehr angenehme Stimme und spricht offenbar italienisch, denn sie spricht alle italienischen Namen und Begriffe korrekt aus. Was man wahrlich nicht von jeder Sprecherin sagen kann. Das macht es um so angenehmer, ihr zuzuhören.

Den Plot - Teenager deckt das Lügengebilde, in dem ihr Vater lebt- auf, hat mir gut gefallen. Das Buch hat aber auch Längen. Wie alle Kinder, die in die Pubertät kommen, ist Giovanna launisch, naiv, ich-bezogen, oft ziemlich albern und träumt von der romantischen Liebe. Das geht einem mit der Zeit ziemlich auf die Nerven. Zumindest mir! Denn das Buch hat über 300 Seiten. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Autorin ab und zu mal aus der Perspektive der Erwachsenen erzählt. Andererseits heißt das Buch ja " Das lügenhafte Leben der Erwachsenen." Es geht also um die Sicht von Giovanna.

Für mich kommt das Buch nicht an den berühmten Vorgänger "Meine geniale Freundin" heran. Aber eine solche Meisterleistung kann man auch nicht ständig wiederholen. Lesenswert ist es auf jeden Fall.

  • "Das lügehafte Leben der Erwachsenen"
  • Autorin: Elena Ferrante
  • ISBN-10 : 384453976X
  • ISBN-13 : 978-3844539769
  • Herausgeber : der Hörverlag; Ungekürzte Lesung Auflage (3. September 2020)



Rezension: "Das Flüstern der Bäume"von Michael Christie


Michael Christie hat mit "Das Flüstern der Bäume" eine spannende Familiensaga und einen Öko-Roman zugleich geschrieben.

Worum geht es?

Der Roman beginnt in der Zukunft, im Jahr 2038. Die Umwelt ist zerstört, die Luft verseucht. Wer es sich leisten kann, bucht eine Führung in einem der letzten Wälder, die es gibt. Dort, auf Greenwood-Island, arbeitet Jacinda und führt die sogenannten Pilger durch den Wald, den diese wie eine Kathedrale bewundern.

Jacinda entdeckt eines Tages voller Entsetzen, dass einige der ältesten Bäume offenbar von einem Pilz befallen sind. Was soll sie tun? Wird man sie den Wald retten lassen? Oder siegen die kommerziellen Interessen der Firma, der der Wald gehört?

Hier startet Christie seine Geschichte, die zurück bis zum Jahr 1908 reicht.

In knapp 600 Seiten erfährt man etwas über die Vorfahren Jacindas, deren oft hartes Schicksal, man lernt viel über Wälder und die innige Verbundenheit der Familie Greenwood mit der Natur.

Der Autor lebt auf einer Insel vor Vancouver in einem selbst gebauten Baumhaus und man merkt diesem Buch an, wie gut er sich mit Wäldern auskennt. Das finde ich -neben der eigentlichen Story- sehr interessant und informativ. Ein Bonus oben drauf.

Fazit

Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Nur an einer Stelle war ich irrtiert. Christie beschreibt, wie ein Mann einen Säugling im Wald findet und mitnimmt. Das Baby füttert er nur alle paar Tage mit etwas Ziegenmilch, springt mit ihm aus einem fahrenden Güterzug, wobei das Baby zu Boden fällt und vieles mehr. Dass ein Säugling so etwas überlebt, halte ich für unrealistisch.

Andererseits schreibt Christie auch aus der Sicht von Frauen. Was er sehr gut macht. Denn ich habe es schon öfter erlebt, dass männliche Autoren aus Sicht einer Frau schreiben und man sich als Leserin sagt:" So sprechen, verhalten Frauen sich nicht."

Davon abgesehen, gefallen mir die verschiedenen Charaktere, die Schilderung der unterschiedlichen Jahrzehnte, der Natur.

Auch den Beginn des Buches finde ich -leider- sehr realistisch und gut vorstellbar. Man fragt sich unwillkürlich, ob wir auch einmal in einer solchen Umwelt leben müssen, in der das Atmen schwer fällt und Wälder den meisten Menschen unbekannt sind.

Vielleicht hatte ich deshalb beim Lesen sofort Lust, in einem Wald spazieren zu gehen, den Anblick alter Bäume zu genießen und durchzuatmen.

Für dieses Buch solltet ihr euch ein bisschen Zeit nehmen. Zum einen, weil man knapp 600 Seiten nicht mal eben so weg liest, zum anderen, weil es durchaus anspruchsvoll ist, was die verschiedenen Informationen und die komplexen Figuren angeht. Es lohnt sich, gerade für Leserinnen und Leser, die die Natur lieben und auf Familiensagen stehen.

  • Titel : Das Flüstern der Bäume
  • Autor: Michael Christie
  • Übersetzer: Stephan Kleiner
  • Gebundene Ausgabe : 560 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3328600794
  • HerausgeberPenguin Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (5. Oktober 2020)

Rezension:"Fluch der Saline" von Anna Castronovo - Rezension und Interview mit der Autorin


Habt ihr Lust auf einen Ausflug in das Sizilien der 60er Jahre? Hier begegnen euch der vierzehnjährige Totò und sein Vater, die in einer Salzmine schuften, eine schrullige Nonna, eine Seherin, viel Abglauben und ein Fluch.Aber der Reihe nach. Totòs Vater kauft eine marode Salzmine, in der fortan auch Totò schuften muss, obwohl er lieber zur Schule gehen möchte. Die Saline treibt die Familie in den Ruin, aber Totòs Vater will nicht verkaufen. Dann ist da auch noch ein Fluch, der auf der Saline zu liegen scheint und ein dunkles Familiengeheimnis. Kann Totò trotzdem seinen Traum verwirklichen?Fazit

Der Roman von Anna Castronovo beinhaltet nicht nur eine packende Familiengeschichte. Sie zeigt uns auch das Sizilien der 60er Jahre, in dem Armut und Hoffnungslosigkeit herrschen, es strikte Regeln insbesondere für Frauen gibt, Menschen voller Aberglauben sind und ein Gerücht schnell zur Wahrheit wird und Menschen stigmatisiert.Ich habe Anna Castronovo über den Skoutz Award kennen gelernt, den die Autorin im letzten Jahr in der Kategorie "Historische Roman" gewonnen hat und war schon sehr gespannt auf ihr neues Buch. Ich habe es in einem Zug durchgelesen. Es ist spannend und bildreich geschrieben.  Ein weiteres Plus: Es ist nicht alles so, wie es zunächst scheint. Denn nichts ist langweiliger, als wenn man nach der ersten Seite schon weiß, wie es ausgeht. Die Charaktere sind großartig beschrieben, man fühlt sich sofort mit ihnen verbunden. Egal ob es der junge Totò ist, der ausbrechen will, die Nonna mit Lockenwicklern im Haar, die vielleicht gar nicht so verrückt ist, wie man glaubt oder der Vater, der in seinem Wunsch der Armut zu entfliehen, alles falsch macht, was man falsch machen kann.Anna Castronovo kennt Sizilien sehr gut. Man merkt dem Buch an, dass sehr gut recherchiert wurde. Viele kleine Details machen das Lesen zum Genuss. Ganz nebenbei erfährt man viel über die Region und Salzherstellung. Und im Buch gibt es auch noch ein Rezept für  das Auberginengericht Caponata, das ich demnächst für meinen Food Blog ausprobieren will.Ein Buch, das ich euch sehr empfehlen kann.Interview mit Anna Castronovo

[caption id="attachment_452" align="alignnone" width="720"]Anna Castronovo Anna Castronovo mit ihrem Buch "Fluch der Saline"[/caption]

Ich habe der Autorin fünf Fragen gestellt:Dein Roman spielt in Italien. Wie ist dein Verhältnis zu Italien?

Amore, amore :-) Seit meiner Kindheit war ich immer viel in Italien. Nach der Schule habe ich ein Jahr in Perugia Italienisch studiert, danach wurde ich Dolmetscherin und Übersetzerin. Vor 21 Jahren habe ich dann in München meinen jetzigen Mann kennengelernt - einen Sizilianer. Wir verbringen jedes Jahr mehrere Wochen auf der Insel, also genug Gelegenheit, Stoff für meine Sizilienromane zu sammeln.
Wie entstehen neue Bücher bei dir? Was inspiriert dich zum Schreiben?

Die Geschichten finden mich, sie kommen zu mir. Manchmal stelle ich mir vor, im Universum schweben lauter unerzählte Stories herum, die auf die richtige Person warten, um endlich aufgeschrieben zu werden. Manchmal blitzen in mir Figuren auf, Schauplätze oder bestimmte Sätze und ich weiß sofort: Dem muss ich nachgeben. Meine Romane haben auch alle einen wahren Kern – meist Geschichten, die mir andere Menschen erzählen.Bist du ein Mensch, der Ruhe und Zurückgezogenheit zum Schreiben braucht oder bestimmte Rituale?

Oh, ich bräuchte viel mehr Ruhe zum Schreiben ;-) Der Grund, warum meine Romane immer so lange brauchen, bis sie fertig sind, ist das Alltagschaos bei uns zuhause. Zwei Kinder, Mann, Haus, Garten, Pferd, Kater und meine "normale" Arbeit als Journalistin ... Vor allem während der Homeschooling-Zeit habe ich überhaupt keine Ruhe zum Schreiben gehabt. Ich hoffe sehr, dass wir jetzt in den Sommerferien in unser Haus ans Meer fliegen können, das ist wie ein Schreib-Camp für mich. Morgens, wenn alle noch schlafen, setze ich mich mit einem Kaffee auf die Terrasse, schaue aufs Meer, und dann fließen die Geschichten aus mir heraus.Was beschäftigt dich gerade in Bezug auf deinen Roman? Lesungen sind ja wegen Corona nicht möglich.

Tatsächlich ist der Buch-Launch voll in die Hose gegangen. Das lag in erster Linie an den langen Lieferzeiten von BoD, die meinen ganzen Zeitplan zerstört haben. Ich musste erst 3 Wochen auf das Probeexemplar warten, und als ich das freigegeben hatte, nochmal 4 Wochen auf die erste Buchlieferung. Das hat dazu geführt, dass auf Social Media Buchbesprechungen und Gewinnspiele liefen, bevor das Buch überhaupt erhältlich war. Auch die Leserunde auf Lovelybooks war schon abgeschlossen, bevor der Roman in den Shops war. Das war wirklich blöd. Aber ich hoffe natürlich, dass Totòs Geschichte vielen Lesern gefällt, und der Roman sich trotzdem via Mundpropaganda und Social Media durchsetzt.Was ist dein Lieblingsbuch?

„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende hat die Liebe zu Büchern in mir entfacht, als ich 5 Jahre alt war. Deshalb wird es immer einen besonderen Platz in meinem Lese-Herzen haben. Ansonsten: viele, viele, viele.Vielen Dank, Anna! Auf ihrer Website findet ihr Infos zu " Fluch der Saline" und weiteren Büchern der Autorin. Oder besucht ihre Facebookseite, wo Anna ihre Leserinnen und Leser mit auf die Reise nimmt, wenn sie ein neues Buch beginnt.Titel: Fluch der Saline 

Autorin: Anna Castronovo

Erscheinungsjahr: 2020

ISBN 978-375-193-823-5

E-Book: 4,99 €; Taschenbuch 10,99 € 

 


Rezension: "Magnolia Table" von Joanna Gaines


Ich bin ein großer Fan der Lifestyle-Sendung " Fixer Upper", in der Chip und Joanna Gaines aus Texas herunter gekommene Häuser renovieren und in wahre Traumhäuser verwandeln. Joanna hat einen unverwechselbaren Stil und beide sind vor der Kamera sehr natürlich und sympathisch. Neben der Tatsache, dass Joanna mit ihrem Mann Häuser renoviert, die beiden fünf Kinder und eine riesige Ranch haben, eine Bäckerei mit Café, ein Restaurant und die sogenannte Silos betreiben, in denen man Wohnaccessoires und  Möbel kaufen kann, kocht und backt Joanna auch noch sehr gern. Keine Ahnung ,woher sie die Energie für all das nimmt! Besonders ihre Kuchen und das  Gebäck, das man in der Sendung häufig zu sehen bekommt, haben es mir angetan. Ich backe eher selten und wenn, dann einfach Rezepte meiner Mutter, die auf jeden Fall gelingen. Aber jetzt ist mein Ehrgeiz erwacht, auch mal etwas Anderes zu backen.

Als ich mitbekam, dass es inzwischen auch ein Kochbuch von Joanna Gaines gibt, habe ich beim Narayana-Verlag angefragt, ob ich ein Rezensionsexemplar bekommen kann. Der Verlag vertreibt nicht nur Bücher, sondern auch Produkte aus dem Bereich Homöopathie und Traditionelle Chinesische Medizin. Meine Anfrage wurde gleich sehr freundlich beantwortet und zwei Tage später hatte ich das Buch. Vielen Dank dafür!

Was mir an dem Kochbuch gleich gefiel, sind nicht nur die Rezepte und Fotos, sondern die Geschichten, die damit verbunden sind. Joanna hat einen deutsch-libanesischen Vater und eine koreanische Mutter, aufgewachsen ist sie in Texas. Es gibt also einen ganzen Fundus aus dem sie schöpfen kann-koreanische Gerichte, amerikanische und mexikanische zum Beispiel. Und eben auch ganz tolle Back-Rezepte. Sie erzählt auch, woher diese Gerichte kommen und was sie und ihre Familie damit verbinden.

Fazit

Ich kann das Koch-und Backbuch nur empfehlen und bin begeistert. Schon beim ersten Durchblättern war mir klar, ich werde einige Gerichte ausprobieren. Auch wenn die Hauptgerichte hauptsächlich Fleischgerichte sind und für mich als Vegetarierin nicht in Frage kommen, findet sich immer noch genug „Fleischloses.“

  • Titel: Magnolia-Table
  • 
  • Autorin: Joanna Gaines
  • 
  • Fotos: Amy Neunsinger
  • Gebundene Ausgabe : 344 Seiten
  •  
  • ISBN-10 : 3962571272
  •  
  • ISBN-13 : 978-3962571276
  •  
  • Herausgeber : Unimedica ein Imprint der Narayana Verlag; 1. Auflage (31. Oktober 2019)



Wer Lust auf die Sendung hat, findet sie auf Youtube. Ansonsten wiederholt der Sender Sixx gerade einige ältere Folgen.

Rezension: "Das Wörterbuch des Windes von Nina Blazon" - Rezension und Interview mit der Autorin


Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Buch hat mich die halbe Nacht nicht schlafen lassen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.

Worum geht's?

Die Bankerin Swea fliegt mit ihrem Mann Henrik, einem Künstler, nach Island. Sie wollen einen Neuanfang in ihrer Ehe starten. Aber alles kommt anders als geplant. Svea entdeckt, dass ihr Mann sie  betrogen hat. Nach einem heftigen Streit weiß Svea zunächst nicht wohin. Und landet zufällig bei einem älteren Herren namens Einar, der sie freundlicherweise in seinem Sommerhaus aufnimmt. Wo es ein verschlossenes Zimmer gibt und es scheint, als würde ein Geist dort umgehen.

Nach einer Phase der Trauer stellt Swea ihr bisheriges Leben in Frage. Wollte sie nicht auch Künsterin werden? Ein ganz anderes Leben führen? Sie stürzt sich in das Nachtleben Rejkjaviks und in kurze Affairen. Letzlich begreift sie aber, dass sie von alten Vorstellungen lösen und Entscheidungen für ein neues Leben treffen muss.

Fazit

Ich habe es eingangs schon beschrieben: Das Buch hat mir sehr gefallen. Ich hatte es ursprünglich bei NetGalley ausgewählt, weil es auf Island spielt. Eine Insel, die ich schon immer einmal besuchen wollte und die mich fasziniert. Und die Faszination Islands macht auch einen großen Teil der Stärke des Buches aus. Man erfährt viel über die Isländer und ihre Art zu leben und zu lieben, über die Natur, die Mythologie, über Kunst. Und Pferde. Das Buch ist sehr vielseitig, ohne das die Autorin ihre Hauptfigur Swea aus den Augen lässt.  Letzlich geht es in dem Buch darum loszulassen und zu sich selbst zu finden. Im Anschluss findet ihr ein Interview mit Nina Blazon und erfahrt, was sie mit Island verbindet.

Titel: Das Wörter Buch des Windes

Autorin: Nina Blazon

ISBN-10 : 3864931479

ISBN-13 : 978-3864931475

Herausgeber Ullstein Paperback; 1. Auflage (28. September 2020)

Link zum Buch bei Amazon.

Interview mit Nina Blazon

In dem Buch erfährt man viel über Island. Haben Sie dort gelebt oder dort längere Zeit dort verbracht?

2008 durfte ich als Autorin an einem internationalen Literaturfestival in Reykjavík teilnehmen. Es war mein erster Besuch auf Island und ich habe mich sofort in diese Insel verliebt. (Bei diesem Festival hatte ich übrigens auch die Ehre, Dr. Terry Gunnell kennenzulernen, der im Buch ja auch einen Auftritt hat). In den folgenden Jahren bin ich immer wieder nach Island gereist, habe dort Freundschaften geschlossen und durfte einen Sommer lang bei einer Literaturwissenschaftlerin namens Úlfhildur in Reykjavík zu Gast sein. Durch Úlfhildur habe ich viele Einblicke in das isländische Alltagsleben bekommen - und auch so einige Anekdoten aus dem Familienkreis, was Elfen und Gespenster angeht. Von Úlfhildurs Großmutter weiß ich nun, dass Elfen sich gerne ihren teuren Seidenschal ausleihen, der rätselhafterweise tagelang verschwindet und dann wie von Zauberhand ganz hinten im Schrank wieder auftaucht.

 In dem Buch geht es um das Thema "Loslassen." Wie stehen Sie persönlich dazu? Fällt es Ihnen eher leicht oder schwer, loszulassen?

Für mich war es ein sehr langer Weg, das Loslassen zu lernen. Immer noch fällt es mir nicht ganz leicht, denn Festhalten bedeutet natürlich auch immer Sicherheit, die mir persönlich wichtig ist. Aber immer, wenn es mir gelingt, etwas gehen zu lassen, bin ich jedes Mal überrascht, wieviel Neues und Schönes sich ergibt, wenn man wieder „die Hände frei hat“.

Wie sind Sie auf das Thema Island gekommen?

Durch meine Reisen dorthin. Es ist einfach ein so faszinierendes Land, dass ich bei jedem Spaziergang und jeder Wanderung bereits angefangen habe, Figuren für einen Roman vor mir zu sehen und auf ihren Spuren zu gehen. Und Reyjkjavík ist ein großartiger Schauplatz für eine Geschichte über einen Neuanfang. In keiner anderen Stadt, die ich kenne, liegen Licht und Dunkel so nah beieinander, Wildnis neben moderner hipper Szenestadt, die sich immer wieder wandelt und verändert.

Die Menschen Islands scheinen, so wie Sie sie beschreiben, deutlich flexibler zu sein als bei uns in Deutschland und fühlen sich stärker mit einander und der Natur verbunden. Denken Sie, wir in Deutschland, können von den Isländern diesbezüglich etwas lernen?

Ich war sehr beeindruckt von der Lebensart der Isländer, ihrem Bewusstsein, das nichts auf Dauer angelegt ist, ihr flexibler Umgang mit den Unwägbarkeiten des Lebens. Vielleicht ist es Teil der isländischen Mentalität, weil auf dieser sturmumtosten Vulkaninsel Unsicherheit seit jeher einfach dazugehört  – unberechenbares Wetter, raue Natur, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Sturmfluten ... Und vielleicht halten die Einwohner der Insel auch deshalb so fest zusammen und verstehen sich als verwobene Gemeinschaft, die sich in Notzeiten hilft und gegenseitig unterstützt. Sicher ist ein solches Selbstverständnis einfacher in einem Land mit sehr wenigen Einwohnern. Aber gerade von diesem Zusammenhalt und dem kreativen Umgang mit Veränderungen können wir, finde ich, durchaus etwas für uns mitnehmen.

Man lernt beim Lesen des Buches nicht nur viel über Island, Beziehungen und die Kunst, sondern auch etwas über Pferde. Haben Sie persönlich Erfahrungen mit Pferden?

Wie die meisten Mädchen war auch ich als Teenager von Pferden begeistert und habe in dieser Zeit reiten gelernt. Seitdem hatte ich wenig Gelegenheit dazu, aber als ich in Island war, habe ich mich gerne wieder in den Sattel geschwungen. Doch das Fachwissen zu den Besonderheiten der klugen und zähen Wikingerpferde habe ich mir für den Roman aus dem wunderbaren Buch „Eismähne - Wie isländische Pferde den arktischen Winter überleben“ von Carolin Kerstin Mende geliehen.

Herzlichen Dank für das Interview!

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